Bustourismus sorgt für 14,5 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland

Der Bus bringt Gäste in Städte und ländliche Regionen und trägt damit wesentlich zur touristischen Wertschöpfung vor Ort bei. Mit der neuen bdo-Studie „Wirtschaftsfaktor Bustourismus in Deutschland“ liegt erstmals seit der Vorgängerstudie 2017 wieder eine umfassende Datengrundlage vor, die diese wirtschaftliche Bedeutung beziffert. Die Studie wurde vom Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr e.V. (dwif) im Auftrag des bdo erstellt. Sie untersucht die wirtschaftlichen Effekte der touristischen Nutzung von Bussen im Gelegenheitsverkehr sowie im Liniennah- und Linienfernverkehr. Grundlage sind amtliche Statistiken, dwif-Grundlagenuntersuchungen sowie weitere Marktdaten und Analysen. Die Ergebnisse beziehen sich auf das Jahr 2024.

Die zentralen Ergebnisse habe ich Ihnen hier mal zusammengefasst. Zur vollständigen Studie gelangen Sie hier.

  • Die touristische Nutzung von Bussen löst in Deutschland rund 14,5 Mrd. Euro Bruttoumsatz aus. Zum Vergleich: Der gesamte Tourismus in Schleswig-Holstein erwirtschaftete 2024 rund 10,8 Milliarden Euro Bruttoumsatz, in Mecklenburg Vorpommern waren es 2025 rund 8,0 Milliarden Euro.
  • Daraus entstehen rund 6,7 Mrd. Euro direkte und indirekte Wertschöpfung.
  • Allein Tages- und Übernachtungsreisen im Gelegenheitsverkehr stehen für rund 7,4 Mrd. Euro Bruttoumsatz. Davon entfallen etwa 3,1 Mrd. Euro auf Tagesreisen und 4,3 Mrd. Euro auf Übernachtungsreisen.
  • Für den Gelegenheitsverkehr besteht ein Wertschöpfungsmultiplikator von 5,8. Das bedeutet: Je Euro direkter Wertschöpfung bei den Busunternehmen entstehen insgesamt 5, 80 Euro direkte und indirekte Wertschöpfung bei den Busunternehmen und in weiteren Branchen.

Destinationen und zahlreiche weitere Branchen profitieren

Besonders deutlich wird in der Studie, dass die wirtschaftliche Wirkung weit über die Busunternehmen hinausgeht. 45,6 Prozent des gesamten Umsatzes entstehen durch Ausgaben der Reisenden im Zielgebiet. Weitere 33,1 Prozent entfallen auf Pauschalpreise. Damit profitieren unter anderem Hotels und Pensionen, Restaurants und Cafés, der Einzelhandel sowie Museen, etc.

Erhebliches Potenzial trotz rückläufiger Fahrgastzahlen 

Die Ergebnisse zeigen auch, welches Potenzial im Bustourismus liegt. So wurden im Gelegenheitsverkehr 2024 rund 46,1 Mio. Fahrgäste gezählt. Im Jahr 2019 waren es noch rund 77,2 Mio. Das Fahrgastaufkommen lag damit 40,2 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Trotz dieses Rückgangs entfaltet die touristische Nutzung von Bussen bereits heute eine erhebliche wirtschaftliche Wirkung. Die Zahlen unterstreichen, wie wichtig es ist, die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern und ihr Potenzial stärker zu berücksichtigen.