LANGENFELD. Der Mangel an Busfahrerinnen und Busfahrer bereitet den nordrhein-westfälischen Omnibusunternehmen weiter große Sorgen. Je nach Region stellt sich die Situation zwar unterschiedlich dar, dennoch sagen 64,7 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer, dass sie zu wenig Fahrpersonal haben. Das ergab die Auswertung der aktuellen Konjunkturumfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) für das einwohnerstärkste Bundesland. Ähnlich pessimistisch äußersten sich die Befragten über die Zukunft. 50 Prozent denken, dass der Fahrpersonalmangel in den nächsten zwölf Monaten noch zunehmen wird, 31,8 Prozent sprechen sogar von einer „deutlichen Zunahme“. „Dass sich der Mangel von jetzt auf gleich in Luft auflösen würde, davon war nicht auszugehen“, sagt der Geschäftsführer des Verbands Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen, Christian Gladasch. Man setze nun alle Hoffnungen in die neue Bundesregierung. „Die überfällige Reform der Berufskraftfahrerqualifikation muss an Tag 1 der neuen Regierung angepackt werden.“ Der komplizierte Berufszugang schrecke ab und sei zudem eine kostspielige Hürde. „Berufsanfänger oder Quereinsteiger, die gerne mit einem Linien- oder einem Reisebus Menschen befördern wollen, müssen endlich Busführerschein und Qualifikation kostengünstig und schnell erwerben können“, fordert Gladasch.
Tag des Busses am 20. September in Wuppertal
Trotz Fahrpersonalmangels kann der NRW-Busmittelstand insgesamt seine Verkehre und Aufträge bedienen. 56,8 der befragten Unternehmen gaben an, dass die Zahl der Busfahrerinnen und Busfahrer aktuell ausreicht, um das Volumen zu bewältigen. Die Kehrseite der Medaille: Die derzeitige Personalsituation verhindert weiteres Wachstum (68,2 Prozent). Doch während im Linien- und Schülerverkehr die Aufträge fast komplett (95,5 Prozent) mit dem vorhandenen Personal bedient werden können, müssen die in der Touristik und im Anmietgeschäft tätigen Busbetriebe ihr Angebot ausdünnen (61,4 Prozent). Insgesamt fehlen vor allem „interessierte Nachwuchskräfte und Quereinsteiger“. „Die private Busbranche ist robust und krisenbewährt. Dennoch müssen wir dranbleiben und weiterhin Maßnahmen ergreifen, um Image, Attraktivität und Arbeitsbedingungen des Berufs zu verbessern: Nur so, und mit einem einfacheren Berufszugang, können wir Interessenten für den Job hinter dem Lenkrad gewinnen“, betont der NWO-Geschäftsführer. Deshalb organisiert der Landesverband dieses Jahr zum ersten Mal auch den „Tag des Busses“ in NRW unter der Schirmherrschaft von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer. Geplant für den 20. September in Wuppertal ist ein Aktionstag für die ganze Familie – mit dem Fokus auf potenzielle Bewerberinnen und Bewerber.
Eine weitere Erkenntnis aus den Umfrageergebnissen ist: Auch der administrative Aufwand bereitet den Unternehmen Sorgen. 88,2 Prozent gaben an, dass die Bürokratie ihnen im betrieblichen Alltag zu schaffen macht. „Auch hier hoffen wir, dass die Politik endlich entschlossen handelt.“ Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD weise in die richtige Richtung. Dieser sieht unter anderem eine Senkung der Bürokratiekosten für die Wirtschaft um 25 Prozent vor. Jedes Jahr soll ein Bürokratieentlastungsgesetz vorgelegt und bis Ende 2025 Verpflichtungen zur Bestellung von Betriebsbeauftragten abgeschafft und den Schulungs-, Weiterbildungs- und Dokumentationsaufwand, besonders mit Blick auf kleine und mittlere Unternehmen, signifikant reduziert werden. Nicht zu vernachlässigen: Das Energieeffizienzgesetz und das Energiedienstleistungsgesetz sollen novelliert, vereinfacht und auf EU-Recht zurückgeführt werden.
Bürokratieentlastung wünschen sich vor allem auch die Busunternehmen, die im grenzüberschreitenden Personenverkehr tätig sind. „Europa hat in den vergangenen 20 Jahren einen Wust von sozial- und steuerlichen Meldepflichten sowie Mitführpflichten installiert, sodass vielen Busunternehmen die Lust an Europareisen vergangen ist. Der Bürokratie-Dschungel muss gelichtet werden und darf Unternehmen nicht belasten!“, mahnt Gladasch.
Langenfeld, 17. April 2025
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